FIRMENGESCHICHTE

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~ EIN FAMILIENUNTERNEHMEN IN DER VIERTEN GENERATION ~

In Winterberg im Böhmerwald, genauer in der kaiserlich königlichen Hofbuchdruckerei und privaten Buchbinderwaren-Fabrik Steinbrener, erlernte Johann Matheisl 1904 das Buchbinderhandwerk. Sein zweiter Sohn Edmund trat in seine Fußstapfen und begann 1933 ebenfalls bei Steinbrener, der zur damaligen Zeit größten Verlagsanstalt des Kontinents für Kalender und Gebetbücher, seine Berufsausbildung. Als man bei Kriegsende die Heimat verlassen musste, fand die Familie beim ersten Sohn und Bruder Franz in Mittenwald wieder zusammen. Mit den verschiedensten Arbeiten versuchte man sich über Wasser zu halten. Das Angebot in Garmisch-Partenkirchen, eine Buchbinderei zu übernehmen, kam deshalb wie gerufen und musste nicht lange bedacht werden. So übernahmen am 1. Januar 1947 die gelernten Buchbinder Johann und Edmund Matheisl die verwaiste Buchbinderei Bauer „Lechtlbauer“ in der Klammstraße 6 (Haus Weiß).

Mit Fleiß und Zähigkeit, unterstützt von ihren Ehefrauen, bauten sie ihren Familienbetrieb kontinuierlich aus. Wer diese Jahre selbst miterlebt hat, wird sich an Lebensmittelkarten und Einschränkungen erinnern. Doch nicht nur an Nahrungsmitteln herrschte Mangel, auch Materielien wie Papier, Leder, Leinen und Klebstoffe waren Mangelware und wurden nur in kleinen Mengen zugeteilt. Ohne die Aufträge der heimischen Druckereien hätte es um das junge Unternehmen schlecht ausgeschaut. Da nur ein Meister einen Handwerksbetrieb führen darf, besuchte Edmund Matheisl die Meisterschule in München und legte dort 1950 seine Meisterprüfung ab. 1954 zog man in die Klammstraße 8, in das Haus Brakenheimer/Ostler um. Bedingt durch die nun besseren Raumverhältnisse konnte man jetzt auch das schon länger geplante Schreibwarengeschäft eröffnen. 1966 verstarb Johann Matheisl.

Im gleichen Jahr begann Bernhard Matheisl seine Buchbinderlehre im elterlichen Betrieb. 1967, ein Jahr später, brach im landwirtschaftlichen Gebäude des Anwesens ein Brand aus, der den Abriss des Hauses zur Folge hatte. Für die Buchbinderei und das Schreibwarengeschäft mussten nun neue Geschäftsräume gefunden werden. Die Familie Pischl bot in der Schmiedstraße 6 ihre Hilfe und eine Lösung an. Im Laufe er Jahrzehnte wurde diese Adresse zu einer weit über die Grenzen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, ja Bayerns, hinaus bekannten Anschrift, wenn es um Buchbindereiarbeiten von höchster handwerklicher Qualität geht. Bernhard Matheisl, inzwischen erfahrener Geselle, legte 1976 in München seine Prüfungen als Handwerks– und Industriemeister ab. Zahlreiche Fotos und das Lob der Auftraggeber bestätigen sein großes handwerkliches Können, wertvolle Bucheinbände herzustellen, oder die Restaurierung teils Jahrhundert alter Folianten.

Seine Frau Regina, gelernte Schreibwarenfachverkäuferin, ist für den Laden zuständig.

1998 begann Tochter Sabina Matheisl in der vierten Generation die Buchbinderlehre im elterlichen Betrieb und arbeitete ab 2001 als Geselle mit.

Im November 2001 verstarb Edmund Matheisl.

Tochter Sabina besuchte im Schuljahr 2004/2005 die Meisterschule in München und legte im Sommer 2005 erfolgreich ihre Prüfung ab. Seit September 2005 arbeitet sie als Buchbindermeisterin wieder im Familienbetrieb in der Schmiedstraße 6.